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MinireviewPektin-Methylesterase und sein Protein-Inhibitor: ein Review

Pektin-Methylesterase (PME) katalysiert die Demethoxylierung von Pektin, einem wichtigen pflanzlichen Zellwand-Polysaccharid. Durch Veränderung der Anzahl und Verteilung der Methylester auf dem Pektingerüst beeinflusst PME die Anfälligkeit von Pektin gegenüber nachfolgenden (nicht-)enzymatischen Umwandlungsreaktionen (z.B., Pektin-Depolymerisation) und Gelbildung und damit seine Funktionalität sowohl in pflanzlichen Zellwänden als auch in pektinhaltigen Lebensmitteln. Das Enzym spielt eine Schlüsselrolle in der vegetativen und reproduktiven Pflanzenentwicklung neben Pflanzen-Pathogen-Interaktionen. Darüber hinaus kann sich die PME-Wirkung günstig oder nachteilig auf die strukturelle Qualität pflanzlicher Lebensmittel auswirken. Folglich sind PME und auch der proteinhaltige PME-Inhibitor (PMEI), der in mehreren Pflanzenarten vorkommt und Pflanzen-PMEs spezifisch hemmt, sowohl für Pflanzenbiologen als auch für Lebensmitteltechnologen von hoher Relevanz und werden auf beiden Gebieten intensiv untersucht. Dieses Review Paper bietet einen strukturierten, umfassenden Überblick über das im Laufe der Jahre angesammelte Wissen in Bezug auf PME und PMEI. Es werden sowohl etablierte als auch neue Daten zu (i) ihrem Auftreten, Polymorphismus und physikochemischen Eigenschaften, (ii) primären und dreidimensionalen Proteinstrukturen, (iii) katalytischen und inhibitorischen Aktivitäten, (iv) physiologischen Rollen in vivo und (v) Relevanz von (endogenen und exogenen) Enzymen und Inhibitoren in der (Lebensmittel-) Industrie berücksichtigt. Verbleibende Forschungsherausforderungen werden angezeigt.

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